Interview
GNSS, RTK und PrecisePlant: Systemintegration im CFLab
Julian Taesch über GNSS, RTK und Projekte im CFLab
Im CFLab spielen präzise Positionsdaten, Sensorik und Systemintegration eine wichtige Rolle.
Gerade bei Maschinen und digitalen Anwendungen schafft das die Grundlage für nachvollziehbare Zustände, exakte Bewegungsdaten und neue Assistenzfunktionen.
In diesem Artikel spricht Julian Taesch über den eigenen Schwerpunkt im Bereich GNSS, RTK und Softwareintegration. Außerdem geht es um das Projekt „PrecisePlant“, in dem eine automatisierte Pflanzmaschine mit digitaler Dokumentation und Georeferenzierung entsteht.
Julian Taesch: Seit 2025 beschäftige ich mich im CFLab intensiv mit GNSS-Systemen und deren Integration in technische Anwendungen. Zu meinen Aufgaben gehört die Ausstattung von Maschinen mit Sensorik, darunter insbesondere GNSS-Hardware. Intern verantworte ich in diesem Themenfeld vor allem die Systemintegration, die technische Konzeption, die Softwareentwicklung, die Schnittstellenanbindung sowie die Validierung und den Testbetrieb.

Julian Taesch: Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt auf GNSS, Sensorik und Systemintegration. Ein konkretes Einsatzbeispiel ist unser Liebherr Bagger R922, in dem ein RTK-fähiges GNSS-System installiert ist. RTK bedeutet vereinfacht: satellitengestützte Positionierung mit Korrekturdaten für sehr hohe Genauigkeit. Damit erfassen und verfolgen wir Position und Orientierung der Maschine präzise.
Die gewonnenen Daten nutzen wir in verschiedenen Unity-Projekten. Unity ist eine Game Engine und wir nutzen es als Entwicklungsumgebung für interaktive 3D-Anwendungen. Dort bilden wir Maschinenzustände und Bewegungsdaten digital ab. Im Bereich GNSS setzen wir auf Hardware von Septentrio.
Julian Taesch: Die Übertragung der Daten aus den GNSS-Receivern erfolgt über verschiedene Kommunikationsschnittstellen und Protokolle, unter anderem Ethernet und CAN. CAN ist ein robustes Bussystem zur Kommunikation zwischen elektronischen Komponenten in Maschinen.
Aktuell beziehen wir die RTK-Korrekturdaten über einen externen Korrekturdienst. Da dieser eine stabile Internetverbindung voraussetzt, arbeite ich derzeit zusätzlich am Aufbau einer eigenen Basisstation. Damit will ich eine alternative und unabhängige Bereitstellung der Korrekturdaten testen.

Julian Taesch: Seit Anfang 2026 arbeite ich am DBU-Projekt „PrecisePlant – Automatisierte Pflanzmaschine mit digitalem Assistenzsystem und Georeferenzierung“. Das Projekt wird von uns im Unterauftrag der Firma Lanz umgesetzt. Ziel ist die Entwicklung einer automatisierten Pflanzmaschine.
Dabei handelt es sich um ein Anbaugerät für einen Bagger, mit dem Containerpflanzen effizient und in hoher Stückzahl gesetzt werden können. Dadurch sollen Mischwälder deutlich nachhaltiger und schneller aufgeforstet werden. Zusätzlich werden die Positionen der gesetzten Containerpflanzen digital dokumentiert . So lassen sich diese Daten langfristig speichern und für künftige Anwendungen weiterverwenden.
Im Projekt verantworte ich die Softwareentwicklung im Frontend und Backend. Darüber hinaus gehört die Integration und Nutzung eines RTK-GNSS-Systems zu meinen Aufgaben. Damit stellen wir die Position und Orientierung der Pflanzmaschine im User Interface dar. Gleichzeitig dient das System dazu, die exakten Positionen der gepflanzten Bäume zu erfassen und zu dokumentieren.
Julian Taesch: Der Mehrwert liegt vor allem in der präzisen Erfassung und digitalen Verfügbarkeit von Positionsdaten. Dadurch lassen sich Maschinenbewegungen und Zustände nachvollziehbar abbilden. Im Fall von PrecisePlant können außerdem Pflanzpositionen langfristig dokumentiert werden.
Das ist wichtig, weil die Daten nicht nur im aktuellen Projekt helfen. Sie können auch für spätere Anwendungen weiterverwendet werden. Gleichzeitig schafft die Kombination aus Maschine, Sensorik, GNSS und Software die Grundlage für digitale Assistenzsysteme.
Julian Taesch: Mich motiviert besonders die Verbindung aus Hardware, Software und realer Maschinenanwendung. Ich arbeite an Lösungen, die nicht nur technisch interessant sind, sondern direkt in konkrete Anwendungen integriert werden. Besonders spannend ist für mich, präzise GNSS-Daten so einzubinden, dass sie in digitalen Oberflächen und Projekten nutzbar werden.
Ein wichtiges Learning ist, dass nicht nur die Sensorik selbst zählt. Genauso wichtig sind die Schnittstellen, die Datenübertragung, die Systemintegration und ein sauberer Testbetrieb. Gerade bei RTK-Anwendungen spielt außerdem die verlässliche Bereitstellung von Korrekturdaten eine zentrale Rolle.
Julian Taesch: Aktuell arbeite ich am Aufbau einer eigenen Basisstation, um die Bereitstellung von RTK-Korrekturdaten unabhängig von einer stabilen Internetverbindung zu testen. Im Projekt PrecisePlant geht es außerdem weiter um die Integration des RTK-GNSS-Systems in die Anwendung. Ziel ist es, die Position und Orientierung der Pflanzmaschine im User Interface darzustellen und die Pflanzpositionen exakt zu erfassen und zu dokumentieren.
KI-Nutzungs Hinweis: Dieser Beitrag wurde bearbeitet unter Nutzung des KI-Sprachmodells Claude 3.5 Sonnet, um eine einheitlich professionelle Ansprache auf unseren Kanälen sicherstellen zu können.
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Verfolgen Sie in Echtzeit, wie das CFLab in Görlitz – unser Testareal und Erprobungsökosystem – auf einer Fläche von 80.000 m2 Gestalt annimmt. Die Livekamera bietet Ihnen einen direkten Blick auf die Baustelle und zeigt die Fortschritte unseres Projekts. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.